Der kleine Stern

In den Weiten des Universums wohnten viele tausende und abertausende große und kleine Sterne. Sie leuchteten und strahlten über alles und verbreiteten ihr helles, warmes Licht in den Galaxien. Eines Tages wurde im Mittelpunkt der 4. Galaxie ein neuer Stern namens Luca, geboren. Er war von Anfang an ein sehr neugieriger und pfiffiger kleiner Geselle. Seine Verwandten stöhnten meist, wenn er sie besuchen kam, denn er konnte fragen und fragen und wollte immer alles genau wissen. Seine Neugier kannte keine Grenzen, was ihm aber nicht immer nur Freunde einbrachte. Die anderen Sterne in der Sternenschule ließen ihn dann meist allein stehen, sie konnten seine vielen Fragen nicht mehr ertragen. Sie sagten dann zu ihm: „Wieso musst du immer alles wissen? Viele Dinge sind nun mal so, wie sie sind. Wenn jeder alles hinterfragen würde, wäre das hier ein absolutes Chaos. Alle Fragen würden im Raum herumfliegen, keiner könnte sich mehr konzentrieren und es wäre viel zu voll hier.“ Luca war traurig und verstand das alles nicht. Wieso ist es falsch, viel wissen zu wollen?

Eines Tages kam sein Onkel  von der sehr weit entfernten Galaxie 203 zu Besuch. Luca freute sich sehr, denn sein Onkel hörte ihm immer geduldig zu und versuchte, ihm all seine Fragen zu beantworten. Er erklärte ihm: „Pass mal auf Luca, dass die anderen mit deiner Wissbegierigkeit nicht umgehen können, hat nicht unbedingt etwas mit dir zu tun. Sie selbst können es nur noch nicht verstehen. Verstehen, dass dieses Hinterfragen, wie du es machst, ganz wichtig ist, um sich selbst weiterzuentwickeln. Verstehst du?“ Luca dachte nach. Und dann sagte er zu seinem Onkel: „Ja, so verstehe ich das. Aber wie soll ich mich weiter verhalten?“ „Bleib einfach du selbst, mein Junge.“ sagte sein Onkel zu ihm. Das Gespräch hatte Luca sehr weitergeholfen. Er fühlte sich jetzt bestätigt und wusste, dass alles seine Richtigkeit hatte.

Eines Tages wollten die Sternenkinder der Sternenschule einen Schulausflug in die benachbarte Galaxie unternehmen. Alle waren aufgeregt und redeten durcheinander. Das Sternenmädchen Mila aber fühlte sich nicht wohl. Sie schaute nur nach unten und sah nicht, wo sie hin schwebte. Luca wurde auf sie aufmerksam und fragte: „Was ist mit dir? Kann ich dir helfen?“ Mila sah ihn erstaunt an. Sie flüsterte: „Ich habe Angst. Ich bin noch nie so weit weg von zu Hause gewesen.“ Luca nahm sie an die Hand und sagte: „Komm, ich bin bei dir. Zusammen schaffen wir das.“ Mila nickte. Gemeinsam schwebten sie hinter den anderen her. Luca konnte ihr ganz viel erklären, was er sich im Laufe der Zeit an Wissen angeeignet hatte. Und Mila genoss es und war auf einmal genauso wissbegierig wie Luca. Es war einfach wunderschön. Mila begann, sich zunehmend zu entspannen und lächelte Luca an. Sie schwebten an zauberhaften, leuchtenden Sternen vorbei und winkten ihnen zu. Diese winkten zurück und riefen: „Eine gute Reise!“

Es funkelte und glitzerte auf ihren weiten Weg, aber Mila hatte keine Angst mehr, nein sie genoss es, mit Luca so dahin zu schweben. Als sie am Abend wieder daheim ankamen, strahlte sie Luca an und sagte: „Ich danke dir. Du hast mir sehr geholfen. Jetzt weiß ich, wie dass ist, wenn man sich gegenseitig unterstützt. Jetzt kann ich auch verstehen, warum du immer diese vielen Fragen stellst.“ Luca freute sich sehr darüber, was Mila ihm gesagt hatte. Er nahm eine Handvoll Sternstaub und schenkte ihn ihr. Und gemeinsam schwebten sie zu ihrem Familien zurück.

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