Erneutes Sterben

Das Gefühl heute morgen (ca. 4.00 Uhr) war echt ätzend, um nicht zu sagen, es fühlte sich an wie sterben. Alles schien grau, aussichtslos, sooo anstrengend, dass ich meinte, es (diesen Moment, das was kommt) nicht bewältigen zu können. Ich fühlte mich so überfordert und wusste nicht, wie ich das überstehen soll bzw. ob ich diesen Tag überhaupt beginnen will.

Erst jetzt (ca. 14.00 Uhr) kann ich all das beschreiben. Das ging auch noch so flüssig, dass ich selbst kaum folgen konnte. Und hier sind meine Tagebuchaufzeichungen von eben:

Jedes bißchen von Außen bringt mich aus meiner mühsam errichteten Balance. Das ist so heftig, dass mich Verzweiflung übermannt. Ich habe keine Ahnung mehr, worum es überhaupt noch geht. Ich kann nur noch alles loslassen und mich mitreißen lassen. Sehe einen Strudel, der mich zu verschlingen droht und höre gleichzeitig ein glockenhelles Lachen in mir, das mir signalisiert, dass all das eine Illusion ist. Noch mehr Verwirrung, weil … ich spüre es doch aber, bis zum Kern, bis zum Urgrund!

Die Stimme sagt: „Schau genau hin, fühle, was da ist! Das bist zwar auch du, doch nicht nur. Es sind ur-, uralte Felder, Muster, Themen, die du schon ewig mit dir herum trägst. Sie geben dir eine gewisse Sicherheit und gaukeln dir vor, dass du sie weiter festhalten sollst.

Ist dem so? Was, wenn du jetzt los lässt, dich fallen lässt, aufgibst, wissen zu wollen, was gerade geschieht? Was ist, wenn du einen Moment lang ganz still wirst, dich nach Innen begibst und schaust, was sich dort zeigt?“

Sprich die Worte: Ich gebe auf! Ich lasse los was mich bindet und was ich bis jetzt festzuhalten versuchte! Und fühle, was das mit dir macht. Was geschieht?“

Ich spüre sofort Berührung im Herzen, so, als würde ich mich selbst umarmen. Ich sehe eine Blume, eine Rose, sich entfalten. Sie wächst langsam, bedächtig und verströmt ihren zarten Duft und streckt mir ihre Blüte entgegen.

Die Stimme schmunzelt: „Lass alles zu, was gerade geschieht, doch vor allem halte nichts fest. Auch nicht die schmerzhaften, verwirrenden Gefühle, auch nicht das Schöne, was eben geschah. Jeder Moment ist Leben, auch jetzt, auch vorhin, auch nachher. Doch nur, wer sich diese Momente aneinander reihen lässt, wer freigibt, was frei sein will, wer zulässt, dass sich Leben entfalten darf, aus dem Moment heraus, der ist wirklich frei!“

Deshalb noch einmal: Nimm an, was ist! Es gehört zu dir! Es darf sein und es wird sich auch wieder ändern! Denn du bist dabei, genau das zu tun: du änderst deine innere Haltung, deine Sicht auf die Dinge. So wächst du. So erweiterst du dein Bewusstsein. So kommst du deinem inneren Wesen näher. Trau dich! Stell dich dem Schmerz, der Angst, der vermeintlichen Ausweglosigkeit!

Nur so wird der Weg frei – zu dir!“

Die Stimme hält inne. Ich atme aus, habe ich doch auch fast atemlos innegehalten. Ich sehe, wie wir beide uns die Hände reichen. Ich spüre die Wahrheit hinter all den Worten. Und ich gebe mir ein Versprechen: Ich will frei sein, loslassen, vertrauen … auch wenn das immer wieder heißt, auch den Rest Schmerz zu durchfühlen, mich zu verlieren und in der Verwirrung zu versinken. Auch wenn es heißt, erneut zu sterben. Doch ich weiß jetzt, in mir ist ein Teil, der all das verfolgt, der mich erinnert und liebend da ist.

Und so schließt das „Fenster“ zu meinem „Ich“ … für den Moment …“

Soweit zu dem, was eben aus mir heraus floss und was ich zeitgleich sah und fühlte. Vielleicht hilft es dir, wenn du ebenfalls in dieser Tiefentransformation oder Neugeburt oder alles umfassenden Veränderung bist. Wie auch immer man das nennen mag, was in diesen Tagen geschieht, es geht an Grenzen. Es bringt einen dazu, immer wieder aufzugeben. Es verwirrt und schleudert einen herum. Die Emotionen kochen hoch, überrollen einen, durchdringen jede Zelle. Der Körper bittet verzweifelt um Rücksicht und muss doch irgendwie mit. Das ganze System schreit nach Rückzug und Ruhe, nach Innehalten und wünscht sich sehnlichst einen Hoffnungsschimmer am Horizont …

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5 Gedanken zu “Erneutes Sterben

  1. jutta

    danke du liebe ja da ist vieles sovieles jetzt wo ich mir sage weg lauf weg aber wohin kein bisschen geht es ist wirklich nur zulassen und die anderen sie haben bammel bis zum geht kaum noch und machen die tür zu und bei sich dicht sie wissen kaum weiter und wieder gehen wir an einander vorbei und das ist das womit ich noch so viel zu weinen und loslassen habe ich weiss ja ich bin wir sind liebe licht und vieles liebevolle mehr und doch ist da wann und wie lange noch und dann kommt etwas friede bald Jutta und dieses bald ist jetzt danke für dein sein liebe heike Jutta

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  2. Danke für deine Artikel und Wahrheiten auf versuchten einfachen Ebenen auf denen die Wenigsten ehrlich sind und sein wollen – der Innenschau mit sich selbst . Zu diesem Artikel stimme ich in den letzten 24h zu 100% zu, ich durchlebte ähnliches, wenn auch in anderen „Räumen und Ebenen“, sehr schade das es so gelaufen ist nun zum Ende. Das war nicht das Ziel und der Sinn aller Arbeiten der Vergangenheit und doch muß wahr bleiben was wirklich wahr ist, diesmal zu Lasten der Moral und des inneren Antriebes.
    Nun gilt es das Beste daraus zu machen aus diesem inneren Gefühl und Wissen – das alles geht und zerbricht was ewige Lüge und Schein wahr. Wünsche dir deshalb viel Kraft für deine weitere Reise, so wie du gearbeitet hast wird auch diese Zeit einfach durchlaufen und abprallen. Das können nur sehr sehr wenige so noch – denn alles ist nur in uns Wille, Mut, Stärke, Moral und Vernunft oder eben Unwille, Angst, Schwäche, Unmoral und Unvernunft und kaum einer begreift das mehr.

    MfG

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  3. Katja

    Danke für deine Worte, liebe Heike.
    Mir geht es (wie immer) ähnlich, dabei dachte ich, ich hätte das schon hinter mir (lach). Aber das waren wohl nur oberflächliche Schichten die ich abgelegt hatte und nun geht es an die tiefere Arbeit. Die Angst, als Gefühl an sich, möchte mich festhalten. Geduldig erkläre ich mir fast täglich, wie es wirklich ist – dass das Vertrauen wichtiger ist – eigentlich das Einzige von Belang ist. Ich bin müde von der inneren Arbeit und frage mich manchmal ob dies zum Teil auch etwas ist, was man loslassen sollte.. All das.. wie man sein sollte und denken und fühlen sollte, auch wenns positive dinge sind und sie für mich stimmen so ist es doch auch ein gewisser Druck, ein Druck von dem man sich doch eigentlich entfernen wollte. Immer wenn ich einen Moment des Friedens erlebe und ganz ruhig bin und es in mir aufnehme.. dann denke ich ich könnte dieses Gefühl nun festhalten, es mitnehmen, aber eine Zeit später entgleitet es mir wieder und ich zieh es mir mühsam wieder in mein Herz. Es ist ein ständiges ziehen und zerren, dass ich davon sogar richtig krank wurde, wenn auch nur für kurze Zeit. Ich glaube dass ich irgendwo in mir eine Angst habe.. den Glauben in all das wieder verlieren zu können, wenn mir die Gefühle dazu zu lange fern bleiben. Manchmal zweifle ich an mir um mich dann wieder zu erinnern, was wichtig ist.

    Den Glauben zu erlangen, dass man mehr ist als ein menschliches Wesen mit begrenzter Lebensdauer ist nicht so schwer, wie den Glauben aufrecht zu erhalten während man in einer Welt lebt, die einem das Gegenteil erzählt und sich SELBST zu vertrauen. Das ist die Herausforderung.

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  4. Pingback: 9.9. – Wandlungstag – Im Leben unterwegs

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