Achterbahn

Und weiter geht die „Fahrt“ oder besser die Neuordnung und das Aufräumen. Obwohl, es fühlt sich diese Tage wirklich an wie Achterbahn fahren. Auf allen Ebenen.

Körperlich – mal sind da Schmerzen, mal wieder nicht, plötzlich sind sie da, plötzlich wieder weg oder andere, die nicht gehen wollen und sich hartnäckig halten.

Seelisch – hier geht es mehr in Richtung „Abgrund“ als in Höhenflüge. Zumindest befinde ich mich fast stündlich immer mal wieder dort ein. Zwischendrin geht es dann etwas „höher“, alltägliche Dinge können dann umgesetzt werden (wenn auch mit viel Konzentration und Kraftaufwand). Dann geht’s wieder hinab, die nächste Schicht durchlichten. Das ist harte Arbeit, für alle Systeme und für all jene Menschen, die dies jetzt hier leisten. Manch einer geht diesen Weg anders oder fühlt und wandelt auf seine (nicht ganz so tiefe) Weise. Doch wir, die wir da am Urgrund herum robben, spüren diese Tage als eine einzige Reinigungszeit, die so etwas wie eine offene Wunde hinterlässt. Alles scheint ver-wund-bar zu sein, angreifbar, offen da liegend, sensibel hoch drei!

Doch was passiert wirklich? Wir werden sensitiver, ja. Wir nehmen tiefer wahr. Fühlen mehr und erkennen, was hinter den Dingen steht. Doch es braucht Zeit und Raum, dies zu erfahren, anzunehmen, zuzulassen. All die Dinge, die da scheinbar plötzlich durch uns hindurch geschleust werden oder auch aus uns heraus fließen wollen, sind nicht immer angenehm. Träume, die einen in Tiefen mitreißen, die anstrengend und wandelnd sind. Tage und Momente, wo man meint, aus dem dunklen Loch nie wieder aufzutauchen. Und kaum reckt man den Kopf ans Licht, rollt die nächste emotionale Welle herein. Weglaufen zwecklos! Sich wehren auch. Es gibt nur den einen Weg – durch all das hindurch gehen (oder sich durch schieben lassen), sich hingeben, egal wie schmerzhaft oder dunkel es gerade ist, fühlen … immer wieder fühlen.

Für mich ist noch keine klare Sicht da, doch ich ahne zeitweise schon etwas. So schrieb ich gestern auf einen Fb-Kommentar, wo es darum ging, dass die größte Herausforderung ist, dieses „Nichts“ auszuhalten … dass hinter dem Nichts die wahre Freiheit ist. Wie gesagt, es ist mehr ein ahnen, als schon ein erfahren. Doch irgendwie kann ich derzeit dieses leere Feld einfach leer sein lassen. Ich kann annehmen, dass ich nirgendwo hin muss und im Moment auch nicht tun muss. Ich lasse zu, dass „man“ mich da jetzt durch schleust und ich einfach aus dem Moment heraus agiere. Es geht eh wenig derzeit. Und dieses Wenige wird nochmal genau hinterfragt, ob es denn wirklich sein muss.

So habe ich mir angewöhnt, mir besonders schöne Dinge, Ideen oder Ausflüge zumerken und diese als „Option“ in meinem Inneren zu bewahren. Wenn dann ein Impuls zum Handeln kommt, dann kann ich darauf zurück greifen. Das geht ganz gut und lässt mir den Raum, wirklich jeden Tag neu zu schauen, was will ich leben, was geht gerade, was passt.

Nun, noch mal zurück zur Achterbahn. Mich nimmt diese ganz schön mit. Ich hatte das Empfinden, alles kam so plötzlich. Diese tiefe Wandlung hatte ich so nicht „auf meinem Schirm“. Es war, als ob ich erst einmal umschalten musste und zunehmend annehmen sollte, dass das eben jetzt dran ist und meine Pläne eben irgendwann umgesetzt werden oder gar nicht (weil sie eben nicht mehr in meinen Lebensplan vorkommen). Da fehlt noch etwas der innere Durchblick oder auch einfach das Erfahren, dass neues Leben eben anders geht. Dass es hier nicht mehr um großartiges Vorplanen geht, sondern dass aus dem Moment heraus geschöpft wird (wie auch immer das geschieht 😉 ). Neues Leben wird zunehmend aus dem Moment heraus gelebt werden, denn im Jetzt entsteht dieser ja. Und dies scheint sich jetzt hier einzuspielen. Es ist wie ein Üben, ein Vorbereiten dieses Jetzt-Schöpfens. Noch sehr neu, manchmal verwirrend und immer wieder, als müsse ich mich erinnern, doch da ist noch ein dünner Schleier, der dies verhindert. Er scheint aber gerade aufzureißen und zumindest ab und zu die Sicht frei zu geben.

Was bleibt? Was hilft in diesen Tagen?

Ich gehe meine Tage langsam an. Die morgendliche Müdigkeit kenne ich so nicht. Doch sie ist verständlich, wenn man die „Arbeit“ der Nacht betrachtet und wenn man, so wie ich, meist frühmorgens die heftigesten Träume durchlebt. Also mache ich langsam, komme erst mal wieder hier an, genieße meine Morgenrituale, den heißen Tee, mein Tagebuch und fühle auch hier, was will dieser Tag von mir.

Ich übe mich darin, alles anzunehmen und mir alle Zeit der Welt zu geben, das, was gerade ist, zu durchleben. Dafür brauche ich Zeit und ganz viel Raum, was heißt, dass sich meine Kontakte derzeit sehr beschränken. Nur wenig Austausch, nur wenige Menschen, mit denen gerade ein Miteinander möglich ist. Abstand von allem halten, was nichts mit meiner Wandlung zu tun hat.

Wenn es mein Körper zulässt, gehe ich raus, nutze die Natur zur Erdung, zur Heilung. Auch die etwas sanfteren Sonnenstrahlen tun gerade gut (der stürmische Wind weniger, aber der ist ja erst mal durch).

=> das heißt einfach, diese Tage noch mehr als sonst auf das eigene Wohl achten und immer wieder schauen, was muss wirklich getan werden und was sind nur automatisierte Handlungen.

=> Ruhe, Ruhe, Ruhe!

=> Rückzug, wenn nötig, ohne schlechtes Gewissen zu haben. Es ist nun mal so, Punkt.

=> Dem Körper zuhören und dementsprechend handeln.

=> Sich auch mal trösten und in den Arm nehmen lassen (auch über die Ferne hilft das 🙂 , danke für eure virtuellen Umarmungen ♥).

=> Und vertrauen, dass alles seinen Weg geht, dass wir alle diesen meistern werden und das immer jemand da ist, der das Licht weiter trägt und einen daran erinnert 🙂

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4 Gedanken zu “Achterbahn

  1. Stefanie Haupt

    Hallo zusammen,

    ich lese schon eine ganze Weile die Blog-Artikel und die Kommentare mit. So wie es aussieht bin ich diesen Weg vor euch gegangen – vielleicht hilft es euch ein wenig, wenn ich berichte, wie es mir ergangen ist. Das kann evtl. eine Perspektive geben, wie lange es noch dauert und wie es sich entwickeln könnte.

    Ich hatte meine ‚Dunkle Nacht der Seele‘ bereits im Winter 2011/2012. So tief unten war ich nie in meinem Leben und auch die äußere Situation war so verfahren, dass ich ernsthaft über Suizid nachgedacht habe (3 Tage lang). Dann habe ich mich aber entschieden mir eine Therapeutin zu nehmen und so einige Dinge in meinem Leben zu ändern. (Menschen und Verantwortungen aus meinem Leben zu entfernen, die mir nicht gut tun).

    Generell bin ich schon seit ca. 30 Jahren auf dem Entwicklungsweg – ich hatte in mir immer sowas wie ein inneres kleines, aber sehr hartnäckiges Programm, das da hieß: Bloß kein Status Quo – immer vorwärts ! So habe ich schon relativ früh durch spirituelle Lehren die kosmischen Gesetze kennengelernt, was mir oft das Verstehen einer heftigen Situation erleichtert hat. Was mir aber in den letzten 30 Jahren extrem viel Erleichterung verschafft hat, sind meine Pflanzen-Freunde. In Form von Blütenessenzen (Bachblüten kennt vermutlich jeder – gibt aber auch andere, z.B. Kalifornische, Deutsche, Orchideen, etc.), Ätherische Öle und Aura Soma. Führt man sie dem Körper zu (innerlich oder äußerlich) lösen sie den alten Müll, der in den Körperzellen und auch den energetischen Körpern gespeichert ist. Und so kann dieser ‚Müll‘ unser System Mensch viel leichter verlassen.
    Eine andere große Hilfe ist das Verstehen des kosmischen Gesetzes ‚Wo die Aufmerksamkeit ist – da ist die Energie‘ (Resonanzgesetz). Denn wir haben immer die Wahl: Verbleiben wir mit unserer Konzentration auf dem (gerade) negativem Zustand oder entscheiden wir uns (bewußt) dafür, den Fokus auf etwas Schönes zu lenken. Wie mein spiritueller Lehrer es schon damals etwas drastisch ausdrückte: ‚Schau Dir Deine Scheiße an – aber verweile nicht darin ! Du hast immer die Wahl.‘

    Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das Umswitschen des Fokus auf das Gegenteil, von dem, was man gerade erlebt, oft schwierig bis unmöglich erscheint. Es ist aber machbar. Gerade spirituelle Arbeit ist mit viel Training und Disziplin verbunden. Der Aufwand lohnt sich in jedem Fall :-). Ich möchte euch ermuntern, es zu versuchen, dann kommen die freudigen Momente auch wieder vermehrt ins Leben.

    Bei mir ist es so, dass ich die letzten 1,5 Jahre sehr zurückgezogen gelebt habe (wie in einem Kokon, ähnlich wie Heike es gerade beschreibt). Und seit einiger Zeit nehme ich wieder vermehrt Kontakt mit einer (neuen) Außenwelt auf. Mein altes Leben hatte sich komplett geleert ! Es ist wirklich wie ein kompletter Neustart. Jetzt fängt mein neues Leben an, Gestalt anzunehmen. In den nächsten Monaten gehe ich in eine Gemeinschaft, die sich erst vor einem Jahr gebildet hat und viele ‚Werkzeuge’ der neuen Welt benutzt. Es ist noch entfernt von meiner Lebensvision, die mein Herzenswunsch ist, aber es ist ein wichtiger Schritt in mein neues Leben. Meine Erfahrung ist:

    Wer losläßt, hat die Hände frei ! (für was Neues)‚ sprich: sich zu sehr an der Herzens-Vision festklammern, verhindert, dass man die nächsten Schritte dorthin sehen kann. Lieber die Vision ins Universum geben und dann im Moment schauen, was JETZT wichtig ist.

    So, dass ist jetzt sehr lang geworden. Ich hoffe, es kann euch ein bißchen Mut und Hilfe für den weiteren Weg geben. Wir schaffen das, sonst wären wir nicht hier 🙂

    Viele Grüße,
    Stefanie

    PS: Zum Schluß noch ein Hinweis auf eine Band, wo Menschen wunderschön das Sprituelle des Himmels mit dem Irdischen verbinden (es lohnt sich, weitere Songs von Ihnen anzuhören/Video zu sehen 🙂 Hier eine kleine Kostprobe, um den Fokus auf das Schöne zu richten:

    Die Band ‚Berge‘ mit dem Song ‚Glück‘

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  2. Gisela

    Liebe Heike,

    ich danke dir für seine so wertvollen Blogbeiträge.
    Auch ich bin wie Stefanie seit ca. 30 Jahren auf diesem Weg. 20 Jahre durfte ich ihn mit meinem Mann gehen. Nun ist er im letzten Jahr im Juni über die Regenbogenbrücke gegangen. (ich schreibe darüber das erste mal in einem Blog und es fällt mir nicht leicht).
    Seit dem letzten halben Jahr abe ich immer wieder Probleme alleine aus dem Haus zu gehen.
    Akzeptieren, Annehmen, Loslassen und das Klären so vieler Themen erfordert meine Kraft und Mut.
    Ein Therapeut unterstützt mich dabei, vor allem ist die Heilung meines inneren Kindes ganz präsent.
    Ich richte meinen Blick so gut wie es mir möglich ist nach vorn und gehe ins Urvertrauen, das es leichter wird.
    Meine beiden Katzen sind mir dabei sehr wertvolle Begleiter. Auch sie spüren die täglich hohen und schwankenden Energien, vorallen der Freigänger.

    Gisela

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  3. U.L.

    Darf ich eigentlich hier ein Kommentar schreiben?
    Nein….das maße ich mir nicht an!
    Warum?
    Es sind so viele wunderbare Worte geschrieben worden!

    Menschenkinder mit all ihren Sorgen…..
    So ehrlich…und so treffend mit den Aussagen.

    Respekt und Dankeschön für die Ehrlichkeit!!!!!! 🙏🙏🙏🙏🙏🙏🙏🙏🙏🙏🙏🙏🙏

    Gefällt 1 Person

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